Was ist PedeListics?

 

Die Lösungen von PedeListics transportieren Sendungen in Städten nachhaltig – via elektrisch unterstütztem Pedelec-Lastenfahrrad. Daher stammt auch unser Name.


Pedelec trifft auf Logistik – Smart Pedelec Logistics


PedeListics ist ein innovativer Ansatz zur Bewältigung von Verkehrsprobleme in urbanen Ballungszentren. Dabei betrachten wir Städte integriert aus der Sicht von Kommunen, Wirtschaft, Logistik und Handel. Das Pedelec-Lastenrad ist in unserem Konzept Teil eines Transportsystems und nicht das alleinige Fahrzeug. Konventionelle Lieferfahrzeuge wie der Transporter kommen weiterhin dort zum Einsatz, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist – allerdings in neuen, nach Fahrzeug optimierten Touren. Sehr sperrige, schwere oder umfangreiche Sendungen liefert ein Auto. Da Lastenräder aber im Stadtverkehr schneller, wendiger und umweltfreundlicher sind, nimmt die Belastung ab und das gesamte Transportsystem wird effizienter. Der Personalaufwand bleibt gleich, da die Touren von konventionelle Lieferfahrzeugen durch Lastenrad-Touren ersetzt werden. So sorgt PedeListics für weniger Emissionen in der Stadt, einen stadtverträglichen, minimalinvasiven Transport sowie flüssigen und sicheren Verkehr durch weniger Parken in zweiter Reihe.


Welche Herausforderungen geht PedeListics an?

 

Lieferaufkommen der Paketdienste steigt

Bereits drei von vier Deutschen leben in Städten – und es werden immer mehr. Dementsprechend fließen Paketströme Großteils in städtischen Ballungsräumen, sowohl die Zustellung als auch die Abholung. Die sogenannte „Letzten Meile" zum Kunden ist also zumeist eine städtische Meile. Gleichzeitig transportierten Paketdienste im Jahr 2017 ganze 3,35 Milliarden Pakete – bis 2020 erwarten wir sogar 3,78 Milliarden Sendungen. Mit dem Sendungsaufkommen wächst die Kurier-, Express-und Paket-Branche (KEP) in Deutschland. Ihr Wachstum ist 1,4-mal schneller als das des Logistikmarkts insgesamt.

Dieselmotoren als vorwiegende Antriebsform unzeitgemäß

Dieselfahrzeuge transportieren im Moment die meisten Sendungen der KEP-Dienstleister. Der Großteil von ihnen unterliegt der Abgasnorm Euro4 oder besser und hat bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht (zGG). Dieselfahrverbote und steigendes Umweltbewusstsein machen den Einsatz von Lieferwagen unattraktiv.

Deutsche Städte ächzen unter Lieferverkehr

Im öffentlichen Raum herrscht Platzmangel, denn die Flächen sind begrenzt. Um sie konkurrieren Lieferverkehre, der ebenfalls stark zunehmende motorisierte Individualverkehr sowie der Öffentliche Personennahverkehr. Oft parken Lieferfahrzeuge in zweiter Reihe, mangels besserer Optionen. Dabei behindern und gefährden sie andere Verkehrsteilnehmer. Die Emissionen von Kohlenstoffdioxid, Stickoxiden, Feinstaub und Lärm belasten die Umwelt.

Die letzten Meter sind die teuersten

Die Letzte Meile verursacht einen sehr hohen Anteil der Gesamtkosten der Paketdienstleistung für die KEP-Unternehmen.


PedeListics macht Lastenfahrrad-Logistik lebendig

Wir forschen seit 2016 am Thema Logistik mit Pedelec-Lastenfahrrädern und setzen diese gemeinsam mit Praxispartnern und deren Zustellern um. Dabei haben wir Einblicke in die Bedarfe unterschiedlicher Branchen gewonnen und Erfahrung mit Lastenrädern gesammelt.


Die Wissenschaft hinter den PedeListics-Prinzipien

Um die Logistik der jeweiligen Stadt zu optimieren sind besonders ihre Geographie sowie die vorherrschende Sendungsstruktur wichtig. Wie genau wir diese analysieren erfahren Sie auf der Seite „Mikro-Depot-Konzept“ und im Detail im Buch „Nachhaltige Stadtlogistik – Warum das Lastenfahrrad die letzte Meile gewinnt“ (Hrsg. Ralf Bogdanski, Huss Verlag 2019).


Nachhaltige Stadtlogistik mit dem Lastenrad


[…] Nachhaltige Stadtlogistik ist die Versorgung und die Entsorgung urbaner Ballungsräume mit Gütern und Dienstleistungen unter Beachtung ökonomischer, ökologischer und sozialer Zielsysteme aller beteiligten Stakeholder. Ein wesentliches Merkmal der Nachhaltigen Stadtlogistik ist die Abwesenheit negativer externer Effekte.
(Bogdanski 2019)

Um alle drei Säulen der Nachhaltigkeit, zu berücksichtigen, befragen wir möglichst alle Beteiligten, welche ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren für sie wichtig sind. „Negative externe Effekte“ bezeichnen eine Schädigung, bei der zwischen dem Verursacher und den Geschädigten keine direkte Vertragsbeziehung besteht und keinerlei Schadensregulierung durch den Verursacher erfolgt. Im Fall der Stadtlogistik bedeutet das beispielsweise: Auch, wenn nur eine Person in der Nachbarschaft häufig online einkauft – die Abgase des Lieferautos belasten trotzdem alle Anwohner gleichermaßen (siehe Abbildung).

NEGATIVE EXTERNE EFFEKTE (PEDELISTICS 2019)

Industrielles Stoffstrommanagement für grüne Logistik


Teil unserer Betrachtungen ist das industrielle Stoffstrommanagement. Seine Aufgabe ist die ökologische und ökonomische Beeinflussung von Stoff- und Energieströmen. Dabei werden Ressourcen- oder Material effizient eingesetzt und nachhaltige Kreisläufe geschaffen.

Zwei der grundlegenden Nachhaltigkeitsprinzipien des industriellen Stoffstrommanagements stehen bei PedeListics im Fokus:
Substitutionsprinzip: Elektrisch unterstützte Lastenräder ersetzen den Dieselmotor als Antriebsform.
Konsistenzprinzip: Wir transportieren minimalinvasiv. Das heißt unsere Konzepte nutzen eine geringe Verkehrsfläche, schützen durch ihre geringere Geschwindigkeit Fußgänger und vermindern das Parken in zweiter Reihe.