Dipl.-Kfm. Eckhard Bilitewski

Institut Neue Mobilität Wissenschaftlicher Beirat des Bundesverbandes eMobilität (BEM e.V.)

Vita

Dipl.-Kfm. Eckhard Bilitewski

Institut Neue Mobilität Wissenschaftlicher Beirat des Bundesverbandes eMobilität (BEM e.V.)

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Multimodalität – Kernelement einer neuen Mobilität der Zukunft Dipl.-Kfm. Eckhard Bilitewski

Wie sieht das Mobilitätskonzept der Zukunft aus? In x-Jahren wird es autonome Fahrzeuge geben! Spätestens dann werden die Nutzer nicht mehr so sehr auf ein Verkehrsmittel festgelegt sein, sondern eher schauen, wie sie angenehm und schnell von A nach B gelangen. Smartphones heute, die zukünftige weitere Digitalisierung werden die Navigationsgeräte der Mobilität sein und damit der Kombination von Carsharing, Bikesharing, öffentlichen Verkehrsmitteln ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Es steht keine disruptive Mobilitätswende an, sondern eine evolutionäre Entwicklung und Veränderung, die deshalb umso tiefgreifender und grundlegender sein wird. Wer meint, wir stünden erst am Beginn dieses Entwicklungsprozesses hat noch nicht gemerkt, dass wir schon mittendrin sind. Was heißt das für Mobilitätsanbieter heute? Das „Heute“ ist nicht durch einen weiter wachsenden Mobilitätsbedarf gekennzeichnet, sondern durch eine zunehmende Vielfalt an Mobilitätsformen. Der sogenannte individuelle öffentliche Verkehr wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Damit werden die Menschen dort abgeholt, wo sie sich gerade befinden. So ist u.a. das Thema der ersten und letzten Meile eine Frage, die jeden Mobilitätsanbieter beschäftigt, insbesondere auch wenn es um die Anbindung Stadt/ Land geht. Dabei haben ideologischen Trennungen zwischen öffentlichem Personennahverkehr und Individualverkehr nichts mehr verloren. Die Aufgabe ist zu lösen, wie das vorhandene Mobilitätsangebot so miteinander verbunden werden kann, dass möglichst wenige Brüche in dieser Mobilitätskette entstehen. Neben dieser Mobilitätskette ist auch die Information darüber den Nutzern entsprechend zugänglich zu machen. Mobilitätsanbieter müssen sich als Bestandteil einer gesamten Mobilitätswert-schöpfungskette verstehen. Dies gelingt nur in einer partnerschaftlichen Zusammen-arbeit der Verkehrsträger und Verkehrsunternehmen, im Sinne gegenseitiger Brücken-bildung innerhalb der Mobilitätsketten. Lösungen für die einzelnen Elemente innerhalb der Mobilitätsketten gibt es schon heute. Das Zusammenspiel wird entscheiden, ob die Akzeptanz der Nutzer gegeben ist. 

Dr. Klaus Bonhoff - Podiumsdiskussion

 

Dr.-Ing. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer NOW GmbH

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Landrat Dr. Oliver Bär - Podiumsdiskussion

 

Dr. Oliver Bär, Landrat des Landkreises Hof

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Tim Dahlmann-Resing

 

Tim Dahlmann-Resing
Vorstand Ressort Technik & Betrieb
VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft

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Josef Hasler - Statement

 

Vorsitzender des Vorstandes der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft und der N-ERGIE

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Kurzfassung Vortrag:

Die regenerative Stromerzeugung hat sich seit dem Jahr 2010 mehr als verdoppelt und deckt etwa 36 % des deutschen Strombedarfes. In den Sektoren Wärme und Verkehr, welche 80 % des Energiebedarfes in Deutschland darstellen, ist der Anteil der Erneuerbaren mit 13 % (Wärme) und 5 % (Verkehr) jedoch gering. Durch eine Kopplung der Sektoren können Überschüsse aus der stark fluktuierenden Stromerzeugung aus Photovoltaik und Windkraft in diese Sektoren verschoben werden – zum Beispiel im Bereich der Elektromobilität. Gleichzeitig werden die Stromnetze entlastet, da mit Hilfe eines intelligenten Last- und Lademanagements Ladevorgänge dann erfolgen, wenn es am netzdienlichsten ist.

Ein Strommangel für den Betrieb von Elektrofahrzeugen ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten: Allein die im Jahr 2016 abgeregelten Strommengen würden für den Betrieb von 1,5 Millionen Elektrofahrzeugen ausreichen, die exportierten Strommengen für etwa 17 Millionen Elektrofahrzeuge und damit für nahezu 40 % aller PKW in Deutschland. Die Herausforderung liegt also nicht in der Bereitstellung der Strommengen, sondern in der Schaffung eines intelligenten und sektorengekoppelten Energiesystems.

Immer mehr Menschen erzeugen ihren eigenen Strom. Wird dieser für das eigene Elektrofahrzeug genutzt, ergeben sich im Vergleich zu Benzin- oder Dieselmotoren deutlich niedrigere Betriebskosten. Die vermehrte Nutzung von Elektrofahrzeugen entlastet die Städte von Emissionen, was insbesondere hinsichtlich drohender Fahrverbote für Verbrennungsmotoren und der Erreichung der Klimaziele relevant ist. Der ÖPNV kann durch die Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks ebenso einen Beitrag leisten und anhand der Gestaltung ganzer Mobilitätsketten – perspektivisch auch durch die Nutzung kleinerer autonom fahrender Fahrzeuge – ein individuelleres und noch attraktiveres Angebot leisten.

Die N-ERGIE hat mehr als 100 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Weiterhin ist die N-ERGIE Gründungsmitglied im Ladeverbund Franken+, in welchem sich mittlerweile etwa 50 Stadtwerke mit dem Ziel des Ausbaus von Ladeinfrastruktur organisiert haben. Beim Schwesterunternehmen VAG beträgt der Elektromobilitätsanteil aufgrund der elektrisch betriebenen U-Bahnen und Straßenbahnen bereits 80 %; für den Betrieb der Bahnen wird ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen genutzt. Kürzlich wurde ein erster Elektrobus angeschafft, um Erfahrungen im realen Fahrbetrieb zu erwerben mit dem Ziel, mittelfristig auch den Busbetrieb zu elektrifizieren.

Dr. Daniel Hobohm - Podiumsdiskussion und Vortragender

Head of Digital and Costumer Services, ITS, Siemens AG

Christian Hochfeld

Agora Verkehrswende, Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) gGmbH

Lorenz Jung

H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG

Georg Kern

Geschäftsführer PB-Consult GmbH

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Prof. Dr.-Ing. Harald Kipke - Statement

Prof. Dr.-Ing. Harald Kipke Technische Hochschule Nürnberg

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Mobilität neu denken: Im Laufe der vergangenen 100 Jahre hat sich der Mensch in den Industrienationen an einen Umgang mit Mobilität gewöhnt, der beginnt zu einer unvorhersehbaren Veränderung auf unserem Planezten beizutragen. Da wir aber die Auswirkungen unseres Verhaltens bislang nicht unmittelbar verspüren, zeigt sich auch die Politik nicht in der Lage notwendige Maßnahmen einzuleiten. Es ist paradox, dass es ausgerechnet Juristen und nicht Naturwissenschaftler waren, die in uns eine Reflexion über unser Mobilitätsverhalten auslösen. Es betrifft uns plötzlich unmittelbar. Der Grund dafür, dass wir ein offensichtliches aber eben noch nicht spürbares CO2-Problem mit dem Dieselmotor wegdelegieren wollten bescherte uns ein anderes spürbares Problem vor unserer Haustüre. Es zwingt uns inzwischen über unsere Art der Mobilitätsbewältigung nachzudenken. Weder in der Industrie, im Gewerbe oder im Haushalt wird derartig verschwenderisch mit Energie umgegangen wie in der Mobilität. Die Ursache dafür dürfen wir nicht auf rationalen Ebene unseres Gehirns suchen. Aus dem gleichen Grund ist es nicht möglich, sachlich über Mobilität zu sprechen, so dass schnell emotional argumentiert wird. Aber warum verhalten wir uns so?

Teleologisch lässt sich unser Mobilitätshandeln auf Mängel zurückführen. Es sind vorhandene Mängel aber auch Mängel, die wir erst durch unser Mobilitätshandeln geschaffen haben. Für die Einleitung von Schritten, die zu einer wirksamen Reduzierung aller Arten von Umweltschädigungen durch unser Mobilitätsverhalten führen könnte, fehlt deshalb auch weltweit der Mut. Viel zu tief hat sich das Automobil in unserem Gehirn festgesetzt. Alle derzeitig ernsthaft diskutierten Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltschäden setzen immer noch auf das Automobil als primären Verkehrsträger, mit mäßigem Erfolg. Dieser Erfolg wird sogar ins Gegenteil verkehrt, wenn der Rest der Welt unser automobiles Denken kopiert. Ist es für die Weltbevölkerung sinnvoll, wenn sich jeder in einem 1,5 tonnen schweren Panzer aus Stahl mit einer Grundfläche von 10m² im Stehen mit 30 km/h Reisegeschwindigkeit durch die Welt bewegt? Die Absurdität dieser Fortbewegungsart wird nicht dadurch geringer, indem der Panzer elektrisch oder autonom fährt.

Wenn es uns jedoch gelingen sollte, den Mangel zu beseitigen, der zu diesem Mobilitätshandeln geführt hat, dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass genau der Bereich, der bislang kaum zu einer Minderung der Umweltbelastung beigetragen hat, zu dem Bereich wird, der am massivsten zur Minderung der Umweltbelastung beitragen wird. Dazu benötigen wir aber ein vollständig anderes Denken und zwar vom Mobilitätsbedürfnis her. Dieses Denken kennt keine Schranken und schließt sogar die Möglichkeit auf einen Verzicht auf Mobilität nicht aus. Die Technik für eine derartige Mobilitätswende ist vorhanden, wir müssen Sie nur nutzen.

Kilian Kärgel

SWM - Stadtwerke München GmbH
Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)

Dr. Daniel König

Conti Temic microeletronic GmbH

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly - Statement

Stadt Nürnberg

Dr. Martin März - Podiumsdiskussion

stellv. Leiter des Fraunhofer IISB/Erlangen und Inhaber des Lehrstuhls für Elektrische Energietechnik an der FAU

Anja-Maria Meister - Moderation

Podiumsdiskussion

Andreas Mäder

Geschäftsführer VGN Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH

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Mobilitätskongress für Unternehmen und Kommunen – den Wandel gemeinsam gestalten

Kurzfassung Referat Andreas Mäder

Verkehr 2025 – mehr Wege, mehr Pkw, weniger ÖPNV
Was bewegt den Autofahrer zum Umsteigen?

Mit knapp einem Fünftel des Treibhausgasausstoßes trägt der Verkehrssektor erheblich zum Klimawandel und den damit einhergehenden Problemen bei. Rund 75 % dieser Emissionen sind dem Straßenverkehr zuzurechnen, zwei Drittel davon allein dem Pkw-Verkehr. Für eine erfolgreiche Energiewende ist deshalb eine Reduzierung der Belastung durch den Pkw-Verkehr unabdingbar.

Die weitere Entwicklung der Mobilität wird in erster Linie durch die Verhaltensweisen der privaten Haushalte bestimmt. Höhere Erwerbstätigkeit, eine weiter wachsende Bildungsbeteiligung, Konzentrationen im Einzelhandels- und Dienstleistungssektor werden zu einem Anstieg der Wege und der Verkehrsleistung führen. Auch das erwartete Bevölkerungs- und Haushaltswachstum in Verbindung mit steigenden Einkommen führen zu mehr Mobilität. Die Verkehrsleistung wird sich 2025 dabei in ähnlicher Weise auf die Verkehrsarten verteilen wie heute, der Modalsplit wird sich also ohne weitere zielgerichtete Maßnah¬men zu Gunsten des ÖPNV kaum ändern.

Bislang wird die politische und öffentliche Diskussion zu Schadstoffbelastungen durch den Verkehrssektor meist nur auf der Basis technischer Maßnahmen geführt, aber allein mit der Milliarden schweren Förderung der Elektromobilität wird es nicht gelingen, die gewünschten Ziele zu erreichen. Eine Reduzierung des Pkw-Verkehrs ist dafür unabdingbar. Was also kann man tun?

Der wohl erfolgversprechendste Weg, den verkehrspolitischen Herausforderungen im Spannungsfeld von Klimaschutz, Nachschutz und einer zunehmend schwindenden Akzeptanz von Verkehrsprojekten zu begegnen, ist eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger – Stichwort: Intermodalität. Probleme gibt es insbesondere in den Städten und im Zulauf auf die Städte und hier muss man ansetzen und den öffentlichen Verkehr so attraktiv gestalten, dass der Umstieg für alle Seiten einen Gewinn bringt. Ein neuer Ansatz hierfür ist das Pilotprojekt „P+R 4.0 – umsteigen leicht gemacht“, das der VGN zusammen mit dem MVV und mit Förderung durch den Freistaat Bayern umsetzen will.

P+R 4.0 wird Park- und Fahrplaninformationen in Echtzeit erzeugen und diese Informationen über Infoanzeiger an den Anlagen, an klassifizierten Straßen, in einer App sowie über Navigationsgeräte dem Autofahrer zur Verfügung stellen. Durch Verringerung des Parksuchverkehrs, der Angabe aktueller Informationen zur Verkehrslenkung und der damit verbundenen Anregung zum (zumindest zeitweisen) Umstieg vom Pkw auf den ÖPNV kann das Projekt einen Beitrag zur Luftreinhaltung im Ballungsraum leisten.

Mario Münch

Inhaber Münch Energie

Alfred Peter - Podiumsdiskussion

Stadtplaner und Landschaftsarchitekt, Straßburg

Arno Stoffels - Moderation

Arno Stoffels, Nürnberger Nachrichten

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Martin Schmid

Martin Schmid, Allianz Manager Steinwald-Allianz

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Forschungsprojekt „Digitales Dorf“ Steinwald-Allianz – Verbesserung der Nahversorgung in der Steinwald-Allianz (Martin Schmid und Annemarie Wojtech) Die Digitalisierung ist eine große Chance für den ländlichen Raum. Sie bietet enorme Möglichkeiten Daseinsvorsorge, Mobilität und Lebensqualität nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Die Bayerische Staatsregierung hat unter Federführung des Wirtschaftsministeriums im Jahr 2016 die Umsetzung je eines Modellprojekts „Digitales Dorf“ in Nord- und Südbayern beschlossen und zu einem Wettbewerb aufgerufen. Im Projekt werden modellhafte Zukunftsstrategien entwickelt, die auch in anderen Regionen zum Einsatz kommen können. Es geht dabei um Digitalisierung zum Anfassen; die Menschen sollen in ihrem Alltag positive Erfahrungen mit Digitalisierung sammeln.

Im Mittelpunkt der Projektidee aus dem Steinwald steht die Vernetzung der örtlichen Anbieter regionaler (Öko-)Produkte und Dienstleistungen mit der Bevölkerung. Es soll ein Verkaufsfahrzeug angeschafft werden, welches Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs in regelmäßigem Turnus in Ortsteile ohne Nahversorgungseinrichtungen ausliefert und auf der Tour Waren der landwirtschaftlichen Direktvermarkter aufnimmt. Kern des Projekts stellt die Entwicklung einer digitalen Plattform dar, die Kunden, Betreiber und Erzeuger miteinander vernetzt, Daten austauscht und Touren plant. Perspektivisch besitzt die Projektidee eine hohe Anschlussfähigkeit und kann durch weitere Dienstleistungen, z. B. aus dem Gesundheitssektor oder im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen, ergänzt werden.  

Im Vortrag geben der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz Martin Schmid und Projektleiterin Annemarie Wojtech von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) aus Nürnberg einen Überblick über die Herausforderungen in der Nahversorgung im ländlichen Raum sowie zum aktuellen Projektstand im „Digitalen Dorf“.

Josef Weber

Berufsmäßiger Stadtrat / Stadtbaurat, Stadt Erlangen

Martin Wippermann

Martin Wippermann, Rehau AG + Co.

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Die neue Elektromobilität - Fluch oder Segen? Die Elektromobilität eröffnet komplett neue Wege der Fahrzeugkonzeption. Neben den technischen Herausforderungen wie Leichtbaulösungen und der Nutzung von Fahrzeugoberflächen für die Kommunikation mit dem Umfeld bietet sie viele Chancen für neue Ideen und auch Unternehmen. So ist die Komplexität eines Elektroautos eine andere, als die der konventionellen Fahrzeuge. Damit eröffnen sich neue Chance für komplett neue Fahrzeuge und auch neue Fahrzeughersteller, die mit neuen Ansätzen Produkte für Nutzer in den Markt bringen. Dabei ändert sich vielfach auch der komplette Produktansatz. Neben den rein technischen Themenstellungen und den Veränderungen in den Produkten stellen die Entwicklungsmethoden der neuen Hersteller die Lieferanten vor große Herausforderungen. Herrscht in der klassischen Fahrzeugproduktentwicklung ein klarer und stringenter Stage Gate Prozess vor, so werden neue Konzept agil und schlank entwickelt, getreu dem Motto: Kannst Du mal kurz.

In dem Vortrag skizziert Martin Wippermann den Spannungsbogen der Veränderungen aus Sicht REHAU und beantwortet für REHAU die Frage nach dem Fluch oder Segen.

Annemarie Wojtech

Annemarie Wojtech,
Leitung Gruppe Market Intelligence der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS

Vita

Forschungsprojekt „Digitales Dorf“ Steinwald-Allianz – Verbesserung der Nahversorgung in der Steinwald-Allianz
(Martin Schmid und Annemarie Wojtech)

Die Digitalisierung ist eine große Chance für den ländlichen Raum. Sie bietet enorme Möglichkeiten Daseinsvorsorge, Mobilität und Lebensqualität nachhaltig zu sichern und zu verbessern. Die Bayerische Staatsregierung hat unter Federführung des Wirtschaftsministeriums im Jahr 2016 die Umsetzung je eines Modellprojekts „Digitales Dorf“ in Nord- und Südbayern beschlossen und zu einem Wettbewerb aufgerufen. Im Projekt werden modellhafte Zukunftsstrategien entwickelt, die auch in anderen Regionen zum Einsatz kommen können. Es geht dabei um Digitalisierung zum Anfassen; die Menschen sollen in ihrem Alltag positive Erfahrungen mit Digitalisierung sammeln.

Im Mittelpunkt der Projektidee aus dem Steinwald steht die Vernetzung der örtlichen Anbieter regionaler (Öko-)Produkte und Dienstleistungen mit der Bevölkerung. Es soll ein Verkaufsfahrzeug angeschafft werden, welches Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs in regelmäßigem Turnus in Ortsteile ohne Nahversorgungseinrichtungen ausliefert und auf der Tour Waren der landwirtschaftlichen Direktvermarkter aufnimmt. Kern des Projekts stellt die Entwicklung einer digitalen Plattform dar, die Kunden, Betreiber und Erzeuger miteinander vernetzt, Daten austauscht und Touren plant. Perspektivisch besitzt die Projektidee eine hohe Anschlussfähigkeit und kann durch weitere Dienstleistungen, z. B. aus dem Gesundheitssektor oder im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen, ergänzt werden.  

Im Vortrag geben der Geschäftsführer der Steinwald-Allianz Martin Schmid und Projektleiterin Annemarie Wojtech von der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) aus Nürnberg einen Überblick über die Herausforderungen in der Nahversorgung im ländlichen Raum sowie zum aktuellen Projektstand im „Digitalen Dorf“.