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Nachhaltige Stadtlogistik durch KEP-Dienste mit Mikro-Depot-Konzept

Pilotprojekt zur Nachhaltigen Stadtlogistik durch KEP-Dienste mit dem Mikro-Depot-Konzept auf dem Gebiet der Stadt Nürnberg

Die Kurier-, Express- und Paket-Branche (KEP) wächst in Deutschland 1,4-mal schneller als der Logistikmarkt insgesamt. Circa 74 Prozent der deutschen Bevölkerung leben aktuell in Städten mit steigender Tendenz, sodass der größte Teil der Abholung und Zustellung auf der sog. „Letzten Meile“ in städtischen Ballungsräumen stattfindet. Die dadurch entstehenden Lieferverkehre konkurrieren mit dem ebenfalls stark zunehmenden motorisierten Individualverkehr sowie dem Öffentlichen Personennahverkehr um die Flächen des Öffentlichen Raumes und belasten die Umwelt. Zudem ist der Kostenanteil der sog. „Letzten Meile“ an den Gesamtkosten der Paketdienstleistung für die KEP-Unternehmen sehr hoch. Innovative Mikro-Depot-Konzepte können einen Beitrag zu den ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen von KEP-Unternehmen und Kommunen leisten.

Mikro-Depots sind in den Zustellbezirken von KEP-Diensten abgestellte Anhänger, Container oder geeignete Immobilien, in denen Pakete zwischengelagert werden können. Die Abholung und Zustellung auf einer „Allerletzten Meile“ erfolgt fußläufig mit Transporthilfen oder mit Lastenfahrrädern, effizient und emissionsfrei. In Nürnberg werden zwei Teilprojekte durchgeführt, die die logistischen und kommunalen Rahmenbedingungen des Mikro-Depot-Konzeptes untersuchen.

Das Teilprojekt „Innenstadt“ ist in der Altstadt, insbesondere innerhalb der Fußgängerzone zu verorten. Dabei ist die nachhaltige Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des nicht filialisierten Einzelhandels im Fokus. Ziel ist es, neben der Emissionsreduzierung der Luftschadstoffe auch die Sicherheit der Fußgänger bei den neuen logistischen Prozessen zu gewährleisten.

Für das Teilprojekt „Wohngebiet“ sollen diese Untersuchungen in einem flächigen Stadtgebiet durchgeführt werden. Dazu werden sowohl stadtgeographische als auch logistische Datenanalysen hinsichtlich geeigneter Wohngebiete durchgeführt. Der Nutzen des Mikro-Depot-Konzepts soll unter Prüfung und Simulation von nachhaltigen Zustellalternativen, wie z.B. zentrale Standorte für Paketboxen zur Selbstabholung durch die Empfänger oder durch den Einsatz von vollelektrischen Zustellfahrzeugen erforscht werden. Hier sind insbesondere eine Emissionsreduzierung der Luftschadstoffe und eine Reduzierung der verkehrlichen Belastung im Fokus. In beiden Teilprojekten soll auch der ökonomische Nutzen des Mikro-Depot-Konzepts erforscht werden.

Das Pilotprojekt basiert auf der konzeptionellen Vorarbeit der Studie „Nachhaltige Stadtlogistik durch KEP-Dienste: Möglichkeiten und notwendige Rahmenbedingungen am Beispiel der Städte Nürnberg und Frankfurt am Main“ von Prof. Dr.-Ing. Ralf Bogdanski im Auftrag des BIEK e.V., veröffentlicht am 27.02.2015.

 

Projektpartner

Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Paketdienstleister DPD und GLS, Bundesverband Paket & Expresslogistik e. V. (BIEK), CNA Neuer Adler e.V. sowie IHK Nürnberg für Mittelfranken

Siehe dazu auch die Projekt-Website.