Selbst den Lastenrad-Test machen

Das Projekt PedeListics zielt darauf ab, Lastenradlogistik in bereits vorhandenen Strukturen (z. B. Infrastruktur, Verwaltung, Geschäftsprozesse) zu etablieren. So sollen nach Möglichkeit Transportfahrten und Zustelltouren aller Art von konventionellen Lieferfahrzeugen auf Lastenräder umgestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was bietet das Projekt?
Warum Lastenrad statt Kfz?
Wie läuft ein Test ab?
Was kostet die Teilnahme?
Was kann ein Lastenrad?
Anwendungsbeispiele
Zusatzinformationen für den Einzelhandel
Zusatzinformationen für das Handwerk
Zusatzinformationen für die kommunale Anwendung
Links zu Praxisberichten
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Was bietet das Projekt?

Analyse
Das Projektteam der Technischen Hochschule Nürnberg untersucht die logistischen Prozesse hinter Ihrem vorhandenen Fahrzeugpark und die technischen Anforderungen des jeweiligen Anwendungsfalls.

Ausrüstung
Das Projekt stellt sowohl Testfahrzeuge der Praxispartner als auch eine Software zur Planung und Optimierung der Lastenrad-Touren zur Verfügung.

Erfahrung
Die Etablierung basiert dabei auf dem bewährten Lastenrad-Konzept der Technischen Hochschule Nürnberg, welches auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit fußt. Lastenräder werden also nur dort eingesetzt, wo auch ein ökonomischer Mehrwert entsteht.

Einführung
Bevor es mit den eigenen Fahrten losgeht, geben wir oder unsere Partner vor Ort Ihnen und Ihrem Team Tipps und Tricks fürs sichere und effiziente Lastenradfahren, inklusive der geltenden Verkehrsregeln.

Netzwerk
Die jeweilige Stadt fungiert als Bindeglied zwischen den Testerinnen und Testern, der IHK, den Handwerkskammern und dem Projektteam der TH Nürnberg. Außerdem erteilt sie nach Möglichkeit notwendige Ausnahmegenehmigungen zum Parken und der Befahrung bestimmter Gebiete und unterstützt, falls nötig, bei der Suche von Logistikimmobilien.

Schnelle Ergebnisse
Das Projekt legt besonders hohen Wert auf eine schnelle Umsetzung theoretischer Logistikkonzepte in praktische Versuche. Stellen sich die Versuche in der Praxis als umsetzbar heraus, werden diese weiterverfolgt. Theoretische Modelle, welche in den Versuchen keine Praxistauglichkeit zeigen, werden eingestellt. Dadurch kann ein hoher Umlauf praxisnaher logistischer Konzepte erreicht werden. So können testende Unternehmen schnell feststellen, ob Lastenradlogistik für sie in Frage kommt.

Mehrwert
Zu Projektende wird aus den gesammelten Erfahrungen ein Praxisleitfaden für die Einführung von Lastenradlogistik als Zusammenfassung aller Tests erstellt, welcher Unterstützung bei der Umstellung von Logistikprozessen bietet. Zudem wird das in den Testläufen ermittelte technische Anforderungsprofil Lastenradherstellern zur Verfügung gestellt, um ihre Fahrzeuge und Aufbauten weiterzuentwickeln und gewerblichen Nutzerinnen und Nutzern von Lastenrädern ein optimiertes Produkt anzubieten.

Übrigens
Viele bayerische Städten und Gemeinden fördern die Anschaffung von Lastenrädern finanziell. Eine aktuelle Liste finden Sie bei cargobike.jetzt.

Warum Lastenrad statt Kfz?

Sparsam
Sparsam Lastenräder sparen im Vergleich zu Kfzs viel CO2 und Ressourcen ein.

Zukunftsfähig
Lastenräder sind nicht durch Dieselfahrverbote bedroht da sie lokal emissionsfrei und damit zukunftsfähig sind.
Lastenräder verursachen kaum Lärm- und Feinstaubemissionen. Zusätzlich ist Radfahren gesund und durch den Elektromotor für Personen jeden Fitnessgrades geeignet.

Einfach kostensparend
Lastenräder haben wesentlich geringere Gesamtkosten als Kfz. Es entfallen keine Steuern, kein Führerschein ist notwendig und die Versicherungen sind günstiger.

Schnell und wendig
Durch ihre hohe Wendigkeit stehen Lastenräder selten im Stau und Parkplätze sind leicht zu finden.

Vorbildlich nachhaltig
Städte und Gemeinden, die Lastenräder für ihre eigene Logistik nutzen, sind ihren Anwohnern und Anwohnerinnen sowie der lokalen Wirtschaft ein positives Vorbild.

Lokal
Eine nachhaltige Transportoption wie das Lastenrad ist nicht nur gut für die eigene Ökobilanz, sondern kann auch Kunden überzeugen, lieber grün und lokal als beim fernen Onlinehändler einzukaufen.

Die Lastenradnutzung erfüllt somit vier Ziele der „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen.

Wie läuft ein Test ab?

1 Sie treten mit der TH Nürnberg in Kontakt.

2 Wir überprüfen gemeinsam mit Ihnen die Art und Weise Ihrer Transporte und eine mögliche Umstellung aufs Lastenrad.

3 Wir vereinbaren einen Testablauf und einen Testzeitraum von 1–2 Wochen.

4 Während des Testlaufs sind wir mit Ihnen im Austausch und helfen bei Bedarf bei Anpassungen. Sie füllen ein Testprotokoll aus.

5 Bei Bedarf passen wir den Testlauf an Ihre Bedürfnisse an.

6 Hat Ihnen der Testlauf gefallen, steht es Ihnen frei, ein eigenes Lastenrad anzuschaffen. Wir haben starke Partner und ein großes Netzwerk und unterstützen Sie gerne bei der Anschaffung.

7 Am Ende des Forschungsprojekts werden die Erkenntnisse aller Tests gebündelt und als Leitfaden veröffentlicht.

Was kostet die Teilnahme?

Für Projektpartner aus den geförderten Partnerstädten: Gar nichts! :-)

Da es sich um einen Test in einem öffentlich geförderten Forschungsprojekt handelt, ist die Teilnahme für Sie gratis. Wir benötigen lediglich einige Daten zum Testverlauf, die wir individuell vereinbaren.

Was kann ein Lastenrad?

Am Forschungsprojekt beteiligen sich zwei Unternehmen, die große, gewerbliche Lastenräder zur Verfügung stellen. Außerdem verleiht auch die TH Nürnberg ihr eigenes Lastenrad. Somit stehen drei verschiedene Modelle zur Verfügung, alle mit elektrischer Unterstützung bis 25 km/h (Pedelec-Standard). Die Lastenräder verfügen über eine Transportgrundfläche von einer Europalette, wodurch sich bei einigen Modellen eine Transportkapazität von 1,5 m³ bis 2 m³ ergibt. Dies entspricht der Ladekapazität eines VW Touran. Die Innenraumausstattung der Box ist anpassbar.

 

Technische Daten:

LastenradBRING S
BAYK AG
A-N.T. Cargo 4
b&p engineering mobility
Musketier
Radkutsche
Maße (L×B×H) [in m] 2,77×1,10×2,002,16×1,00×0,872,80×1,10×1,75
Volumen [in m³] 1,4 oder 1,5je nach Aufbau bis 1,01,3
Innenmaß Box (L×B×H) [in m] 1,24×0,84×1,3 oder 1,24×0,84×1,42  je nach Aufbau1,25×0,83×1,25
Zulässiges Gesamtgewicht [in kg] 495300300
Zuladung [in kg]
= Gesamtgewicht - Fahrzeuggewicht
315240195
Nutzlast [in kg]
= Zuladung - (Fahrergewicht 80 kg + Aufbaugewicht)
180 (Version mit 55 kg Box-Aufbau)160115

Anwendungsbeispiele

Es gibt viele reale Anwendungsbeispiele, bei denen Lastenräder zum Transport eingesetzt werden:

  • Paketlieferungen
  • Gastronomie-Belieferung
  • Postverkehr
  • Kleinere Kundentermine im Handwerk
  • Vermessungszubehör
  • Pharmaprodukte

Unternehmensfilm des Malerbetriebs Reckerdrees zur Nutzung des Lastenrads, Quelle: Firmen-Auftritt auf Facebook
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Zusatzinformationen für den Einzelhandel

Theoretisch ist auch die Einführung neuer logistischer Konzepte wie Same-Day- oder Next-Day-Delivery via Lastenrad zu den Kunden und Kundinnen möglich. Sprechen Sie uns bei Interesse darauf an und wir prüfen mit Ihnen die Möglichkeiten.

Zusatzinformationen für das Handwerk

Lastenräder haben eine große Transportkapazität, vergleichbar mit einem VW Caddy. In der Praxis werden sie häufig für kleinere Kundentermine und Baustellenbesuche genutzt. Je nachdem, was Sie transportieren wollen, gibt es Möglichkeiten, den Aufbau anzupassen, beispielsweise Airliner-Schienen oder Fangnetze.

Zusatzinformationen für die kommunale Anwendung

Lastenräder können auch mit Sonderaufbauten, zum Beispiel zum Transport von Besen und Mülltonnen für die Straßenreinigung, ausgestattet werden. Wenn Sie einen besonderen Aufbau wünschen, sprechen Sie uns darauf an und wir prüfen die Möglichkeiten.

Links zu Praxisberichten

Mitmachen

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