Kick-off für Projekte zur Paketmitnahme im ÖPNV

Kick-off für Projekte zur Paketmitnahme im ÖPNV

Image © FH-WS / Bolza-Schünemann
14. Juli 2021
Im Rahmen der Logistik Initiative Bayern fördert das bayerische Verkehrsministerium zwei Machbarkeitsstudien des Logistikexperten Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt, Leiter des Instituts für Angewandte Logistik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Es soll die Möglichkeit der Paket- und Warenmitnahme im öffentlichen Personennahverkehr getestet werden. Die Hochschule erhält für ihre Projektansätze Fördermittel.

Im Rahmen der Übergabe der Förderbescheide an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt begrüßte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer den Ansatz des Instituts für Angewandte Logistik: „Die Möglichkeit, freie Kapazitäten im ÖPNV für die Mitnahme von Paketen zu nutzen, kann zum einen den Lieferverkehr im innerstädtischen Bereich senken. Das kann allen Bürgerinnen und Bürgern in punkto Lärm- und Emissionsreduktion zugutekommen. Im städtischen Umland und ländlichen Raum ergibt sich zum anderen eine wirksame Möglichkeit der Warenzustellung. Dies kann die Wirtschaftlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs verbessern.“ Institutsleiter Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt wies auf den großen Forschungsbedarf hin: „Rasant steigendes Paketaufkommen in Städten und die Sicherung der Attraktivität ländlicher Räume durch bedarfsgerechte Versorgungssysteme im Sinne einer Stadt-Land-Logistik sind die drängendsten Herausforderungen, die innovative nachhaltige Lösungen erfordern.“

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Dass diese gerade an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt entwickelt werden sollen, liegt für den Hochschul-Präsidenten Prof. Dr. Robert Grebner auf der Hand: „Der Hochschulstandort verfügt über eine hohe Reputation für seine logistische Forschung. Gerade etabliert die FHWS mit Hilfe der Hightech Agenda Bayern neben Digitalisierung und Internationalisierung einen neuen strategischen Bereich Zero Carbon. Das Institut für Angewandte Logistik arbeitet seit vielen Jahren mit Logistik-Unternehmen und Verladern zusammen, um den Gütertransport digitaler und – ganz wichtig – nachhaltiger zu machen.“

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Mit den beiden Machbarkeitsstudien sollen in den nächsten zwei Jahren logistische Konzepte entwickelt werden, um Waren und Pakete in Bussen bzw. Regionalbahnen des öffentlichen Nahverkehrs zu transportieren. Dabei werden zunächst Rahmenbedingungen geklärt. Darauf basierend werden Konzepte erarbeitet, deren Machbarkeit technisch, organisatorisch, wirtschaftlich und rechtlich geprüft werden. Abschließend erfolgt ein Praxistest.

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Im Rahmen der Logistik Initiative Bayern begleitete der CNA e.V. die Projektinitiierung und unterstützt die Hochschule zusammen mit der Logistikagentur Oberfranken bei der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse. Dr. Rudi Aunkofer, Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Initiative beim CNA e.V., betont: „Nachhaltige Logistik-Konzepte für Großstädte sind gut und wichtig, die meisten Menschen in Bayern leben jedoch in Klein- und Mittelstädten. Auch hier müssen wir deshalb experimentieren, wenn wir im explodierenden Paket-Markt Emissionen in der Zustellung reduzieren wollen.“

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